Magdalena S. Gmehling: Gerd-Klaus Kaltenbrunner. Konservativer Vordenker, wortmächtiger Essayist, Bewahrer der Tradition. Eckartschrift 209, 112 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. € 8,80

„Die Weltpolitik vernichtet die Länder, die ihr geistig nicht gewachsen sind.“ Dieses bedenkenswerte Wort von Oswald Spengler kann man – als Warnung und Mahnung an die Leser – über Gerd-Klaus Kaltenbrunners Lebenswerk schreiben. Immer fordert dieser elitäre Denker das kritische Mit-und Nachdenken, immer öffnet er einen weiten Horizont, verweist auf Bedingtheiten, tiefere Zusammenhänge und historische Verflechtungen. Hoher geistiger Anspruch verbindet sich mit Konzilianz und scharfer Analyse.

Die vorliegende Schrift versucht, einen gerafften Einblick in das breitgefächerte geistespolitische Wirken des österreichischen Polyhistors, Ideenhistorikers und Essayisten zu bieten. Der äußerst produktive Autor veröffentlichte in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften. Es ist daher nicht ganz einfach, sein umfangreiches Werk angemessen zu würdigen. Sowohl die Besinnung auf abendländische Überlieferungen als auch die wegweisende, zukunftsoffene und schöpferische Bewältigung ökologischer Fragen beschäftigten ihn. Eine realistische Anthropologie, die bedenkt, dass der Mensch ein begrenztes und in Bindungen eingebettetes Wesen ist, prägte sein Weltbild. So forderte er auch „die Erhaltung der natürlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen unseres Überlebens“ in wohlgeordneten Strukturen. Gefährliche Entwicklungen, welche die Weltbewahrung fraglich werden lassen, sind nur durch einen starken Staat beherrschbar.

Die Eckartschrift über Gerd-Klaus Kaltenbrunner enthält auch Textstellen unbekannter, weil nur im Privatdruck veröffentlichter Gedanken und einige persönliche Erinnerungen. Auszugsweise wird die Laudatio des Freiherrn Caspar von Schrenck-Notzing zitiert, welche dieser anlässlich der Adenauerpreisverleihung an Kaltenbrunner hielt. Teile der Dankesrede des Geehrten finden sich in dem Kapitel über den Essayismus.

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