Karl Springenschmid: Janitscharen? Die Kindertragödie im Banat. Eckartschrift 65, 79 Seiten, brosch.

Der Schriftsteller Karl Springenschmid hatte im Jahre 1932 auf einer Erkundungs- und Betreuungsfahrt das Banat kennengelernt und als Puppenspieler begeisterte Aufnahme gefunden. Zwölf Jahre später wurde diese Landschaft vom zurückwogenden Krieg überrollt. Die Männer waren an der Front, die Frauen wurden zur Zwangsarbeit in östliche Bereiche verschleppt. Die Kinder blieben hilflos älteren Geschwistern oder den Großeltern überlassen. Ein großer Teil geriet in Hungerlager und von dort in staatliche Kinderheime der neuen Machthaber, aus deren Umerziehungsbestrebungen nur schwer ein Entrinnen und eine Zusammenführung mit der Familie in Deutschland möglich waren.

Karl Springenschmid verfolgt dieses grausame Geschehen und untersucht, ob es nicht schon einmal im Janitscharentum eine solche Erziehungsentfremdung gegeben habe. Es geht um das Schicksal von etwa zwanzigtausend aufgesammelten Kindern und um die dornenvolle Meisterung dieses Loses. Ein gar nicht geringer Teil der Umerzogenen war für die Familie aus untern schiedlichen Gründen verloren. Es bedeutet aber doch einen Lichtblick, dass in vielen Fällen über den Heimat- und Raumverlust hinweg eine menschliche Lösung möglich war.