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Eckartschrift 178: Deportation von Deutschen in die Sowjetunion. Zwangsarbeiter in der sowjetischen Wirtschaft (1945-1949)

Michael Kroner: Deportation von Deutschen in die Sowjetunion. Zwangsarbeiter in der sowjetischen Wirtschaft (1945-1949). Eckartschrift 178, 112 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ein Landkarte. € 7,40

Obwohl im Jahr 2005 viele Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges stattfanden, haben die deutschen Medien und die deutsche Öffentlichkeit der Verschleppung von Deutschen zu Zwangsarbeit, außer den davon Betroffenen, so gut wie nicht gedacht. Mehr noch, man gerät in Verdacht, die Deportation von Deutschen gegen die Verschleppung von Fremdarbeitern nach Deutschland während des Zweiten Weltkrieges aufrechnen zu wollen. Während die Deportation von Zivilisten von Deutschen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit betrachtet wird und geahndet wurde, entschuldigt man deutscherseits nicht selten die Verschleppung von Deutschen durch die Sowjets als kriegsbedingte, verständliche Maßnahme.

Im Unterschied zu den meisten Veröffentlichungen zu diesem Thema, die sich gewöhnlich auf einen Aspekt oder ein Gebiet der Deportation beschränken, versucht diese Schrift alle Bereiche und das gesamte Verschleppungsgebiet – das sind die deutschen Gebiete östlich der Oder und der Neisse, Rumänien, Ungarn, Jugoslawien und Bulgarien – im Überblick erfassen.

Dargestellt werden: Der Vorstoß der Roten Armee bis Berlin und Wien und von den von ihr verübten Greueltaten und Verbrechen, die Deportationsplanung der Sowjetführung, die Verschleppung der arbeitsfähigen Deutschen aus den genannten Gebieten – der Frauen von 18 bis 30/35 Jahren, der Männer von 17 bis 45/50 Jahren, die Mitverantwortung der britischen und amerikanischen Regierungen für die Deportation, der Transport der Verhafteten in Viehwaggons in die Weiten Russlands, das Lagerleben, der Einsatz zu Schwerstarbeiten bei unhygienischen Bedingungen und unzureichender Nahrung, die Todesopfer, Verfolgung und teilweise Vertreibung der in der Heimat verbliebenen Angehörigen, die Entlassung aus der Verschleppung (1948/49). Die Angaben über die Zahl der deutschen Zwangsarbeiter weichen stark voneinander ab, von rund 270.000 bis zu 500.000 und sogar über 800.000; die Todesrate beträgt je nach Gebiet und Berechnung etwa 12/16, 20/25 und 45/50 Prozent.

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