Bruno Tremmel: Die andere Seite. Unzeitgemäße Erinnerungen an meine Kriegsgefangenschaft 1945-1946. Eckartschrift 157a

Die Eckartschrift über etwas mehr als ein Jahr aus dem Leben von Bruno Tremmel ist sicher kein außergewöhnlicher Beitrag zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, ja nicht einmal zum Zweiten Weltkrieg. Er gibt aber dem Interessenten, vor allem natürlich dem Historiker, der um ein möglichst zutreffendes Bild der Geschehnisse bemüht ist und daher auch hinter die amtlichen Dokumente sehen will, gute Gelegenheit für ein Einbeziehen des „menschlichen“ Faktors – durch Hören auf einen Zeitzeugen. Hier liegen Aussagen vor, deren Wert nicht nur in der Faktenschilderung liegt (ob eine Gegenprüfung notwendig und möglich ist, wäre unter dem Gesichtspunkt der Wissenschaftlichkeit und nicht als Geste gegen manchmal missverstandene „political correctness“ zu überlegen) sondern auch darin, dass Gedanken, Überlegungen und Bewertung des Betroffenen eingeflossen sind. Sie sind es, die dem ganzen nicht nur Farbe geben, sondern auch das Gefühl der Zuverlässigkeit des Berichtes vermitteln. Tremmel wirkt dadurch glaubwürdig, weil er beschreibt, was geschah und was in ihm vorging – vom Akt der Gefangennahme weg bis zum letzten Satz. Man muss ihm abnehmen, daß es ihm um die Wahrheit geht, nicht nur bei der Darstellung des von ihm Erlebten.

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