Wiener akdaemische Mädelschaft Freya: FrauenLeben. Eckartschrift 155, 100 Seiten, zahlreiche Abbildungen. € 6,90

Die Eckartschrift ist aus mehreren Gründen eine Besonderheit. Einmal, weil endlich das interessante und wichtige Frauenthema, das bisher aus unerfindlichen Gründen fast ausschließlich überwiegend weltfremden Klassentheoretiker(inne)n überlassen war, nunmehr aus nationalkonservativer Sicht behandelt wird. Sodann, weil die Verfasserinnen der akademischen Mädelschaft Freya angehören, also Frauen sind, die als Studentinnen, als berufstätige Akademikerinnen und Mütter mit beiden Beinen im Leben stehen und daher vieles zu sagen haben, was längst fällig war und dem derzeit vorherrschenden linken Zeitgeist ganz und gar nicht entspricht.

Die Arbeit ist in fünf größere Abschnitte gegliedert. Der erste, „Frauenbilder“ genannt, bietet eine geschichtliche Darstellung fraulichen Lebens vom 19. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart, wobei auch die sogenannte Quotenfrau, die Doppelbelastung vieler Frauen durch Beruf und Familie sowie das Frauenbild in der christlichen Kirche behandelt werden. Der zweite arbeitet in aller gebotenen Kürze die Geschichte der Frauenrechtsbewegung auf, würdigt vor allem auch die vielfach bis heute zu wenig oder gar nicht beachteten Leistungen von Frauen während der beiden großen Weltkriege im 20. Jahrhundert und v. a. auch danach. Im dritten Abschnitt wird die Problematik des Frauenstudiums anders als bisher beleuchtet. Im vierten werden „Herausragende Frauengestalten in der Geschichte“ vorgestellt. Wobei neben sehr bekannten Frauen wie Hildegard von Bingen, Clara Schumann und Hanna Reitsch einige gewürdigt werden, die bisher in der Öffentlichkeit (zu) wenig beachtet wurden wie Hedwig Heyl, die sich als Fabrikantin – schon vor dem Ersten Weltkrieg! – für die Bedürfnisse der Arbeiterfrauen im Betrieb ihres Mannes einsetzte. Oder auch Dr. Elisabeth Schragmüller, die auf nachrichtendienstlicher Ebene im Ersten Weltkrieg als Soldatin eingesetzt war, zum Oberleutnant befördert und schließlich für ihre Leistungen mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde. Von Dr. Maria Schneider, die in den 30er Jahren als jüngste Abgeordnete zum Österreichischen Nationalrat im Bereich „Soziales“ tätig war, wird berichtet; ihre Arbeit im Parlament und als Vorsitzende des „Reichsverbandes deutscher Frauenvereine in Österreich“ bewirkte den Durchbruch der Frauen als Politikerinnen. Von 1952 an war Dr. Schneider Vorstandsmitglied der Österreichischen Landsmannschaft. Der fünfte Teil bietet Ausblicke auf die Zukunft und analysiert Möglichkeiten, wie es weitergehen könne und solle. Ergänzt wird die Schrift durch gut ausgewählte Zitate und viele, teilweise unbekannte Bilder.

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