Bernhard Reinhold Pilz: Die politische Symbolik der deutschen Revolution 1848/49. Schwarz – rot – goldene Anthologie von Ausdruck, Sprache, Geschehen und Mythos. Eine versinnbildlichte Quellendarstellung. Eckartschrift 144, zahlreiche Abbildungen, € 6,90

Die Pariser Februarrevolution 1848 und die Ausrufung einer französischen Republik schlugen wie Funken in das deutsche Pulverfass. „Freiheit und Einheit“ wurden die Schlagworte der in ganz Deutschland ausbrechenden Revolution. Auch die habsburgische Doppelmonarchie erzitterte unter dem gewaltigen Stoß der sozialen Revolution und der erwachenden Nationalitäten. Unter dem Druck der Aufständischen – Studenten, Intellektuelle, Bürger und Bauern kämpften erstmals gemeinsam – beugten sich das Kaiserhaus und die Fürsten.

Die chronologische Abfolge zeigt in vierundzwanzig Kapiteln die Ereignisse der Revolutionsjahre 1848/49, so wie sie auf die Zeitgenossen einstürmten.

Der 18. Mai 1848, an dem in der Frankfurter Paulskirche 585 Abgeordnete aus allen deutschen Landen zusammenkamen und in wegweisenden Diskussionen die Grundrechte des deutschen Volkes verhandelten, kann wohl als Höhepunkt des Revolutionsjahres bezeichnet werden. Hier wurden die neuen Begriffe wie Beseitigung aller Standesprivilegien (besonders des Adels), Gleichheit aller vor dem Gesetz, Presse- und Versammlungsfreiheit, Freiheit der Lehre und Forschung, Trennung von Staat und Kirche und freigewählte Volksvertreter geprägt. Sie sollten die Grundfeste eines nationalen Rechts- und Verfassungsstaates werden.

Der Kern dieser Schrift bildet jedoch, wie im Titel angekündigt, die politische Symbolik, wie der Farbendreiklang Schwarz-rot-gold (Aus tiefster Nacht durch Blut zur goldenen Freiheit), ausgedrückt in der Fahnenausstattung, die Kleidung der Revolutionäre und schließlich das revolutionäre Schrifttum. Aus einer Mannigfaltigkeit der herangezogenen Quellen spiegeln sich gerade in diesem die Begebenheiten und die Ideen der beiden Jahre wieder. Die revolutionäre Prosa dokumentiert anhand von politischen Proklamationen, politischen Reden, zeitgenössischen Schilderungen und Briefen die Originalsprache der Revolutionsepoche, in der revolutionären Lyrik, dem Revolutionslied und dem Revolutionsgedicht offenbart sich die seelisch-geistige Tiefe dieser Zeit.

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