Martin Hobek: Geschichte der Ungarndeutschen. Eckartschrift 142, 104 Seiten, € 6,40

Es wird die historische Entwicklung der ungarndeutschen Siedlungsgeschichte behandelt und auch der Zeit zwischen und nach den beiden Weltkriegen mit allen Problemen, die auf diese Volksgruppe zukamen, ein breiten Raum einräumt.

Immer wieder waren und sind es starke Persönlichkeiten die helfen, die Schwierigkeiten dieser kleinen Volksgruppe zu meistern; auch die derzeitigen Hilfeleistungen des „Arbeitskreises Ungarndeutsche in der Österreichischen Landsmannschaft“ werden aufgezählt.

Bereits während des Niedergangs des Weströmischen Reiches fassten erstmals germanische Völker Fuß im westungarischen Raum; die ältesten belegbaren altdeutschen Siedlungen werden bereits 896 erwähnt. Seit dieser Zeit riss der Zustrom aus den deutschen Mutterlanden nicht mehr ab; dabei gab es aber immer wieder auch Vorstöße des madjarischen Volkes nach Westen. Einer der Marksteine dieser Auseinandersetzungen war der Sieg der Deutschen auf dem Lechfeld im Jahre 955. Die gezielte große Einwanderung deutscher Siedler erfolgte aber erst nach den Türkenkriegen, als in die weiten verödeten und entvölkerten Landstriche die sogenannten „Donauschwaben“ planmäßig als Kolonisten geholt wurden. Sie schufen mit unermüdlichem Fleiß und Ausdauer am Wiederaufbau mit und trugen weitgehendst zum Wohlstand der neuen Heimat bei.

Jahrhundertelang lebten Deutsche und Madjaren friedlich zusammen. Erst mit dem aufkommenden nationalistischen Gedankengut, das hauptsächlich geprägt war von den Führern des sogenannten „Turanismus“, entstanden die Spannungen zwischen den beiden Völkern. Die Bestimmungen der Verträge von St. Germain und Trianon, die Zerschlagung der Donaumonarchie, der Zweite Weltkrieg und die damit verbundenen Folgen für die deutsche Volksgruppe mit Aussiedlung, Enteignung und Verfolgung gehören wohl zu den traurigsten Kapiteln dieses Jahrhunderts. Heute hat sich die Lage wieder weitgehend normalisiert und entspannt. In vielen Gegenden regt sich wieder ein Besinnen auf deutsche Lebensweise, Sitten und Gebräuche. Um aber das noch verbliebene Deutschtum in Ungarn am Leben erhalten zu können, mahnt der Autor, seien drei Dinge von Nöten: 1.) Bei den Kindern dafür zu sorgen, dass das Deutsche wieder ihre Muttersprache wird, und nicht, wie zur Zeit „Großmuttersprache“. 2.) Bei den Jugendlichen ist das Bewusstsein für die glanzvolle Geschichte der Ungarndeutschen zu schaffen. 3.) Den Erwachsenen ist ihre Verpflichtung in Erinnerung zu rufen, die Tradition, für die sie sich wahrlich nicht zu schämen brauchen, weiterzugeben.

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