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Eckartschrift 141: „……und zogen in die Ferne“. Sudetendeutsche Siedlungen und Gemeinschaften in aller Welt von 1827 bis heute

Horst Löffler: „……und zogen in die Ferne“. Sudetendeutsche Siedlungen und Gemeinschaften in aller Welt von 1827 bis heute. Eckartschrift 141, 108 Seiten. € 6,40

Wie der Titel bereits ankündigt, geht es in dieser Eckartschrift nicht wie in vielen anderen Publikationen, die das Schicksal der sudetendeutschen Volksgruppe behandeln, um Verfolgung und Vertreibung; der Autor hat sich vielmehr die Aufgabe gestellt, den Siedlungsgebieten in allen Erdteilen, in denen sudetendeutsche Auswanderer leben, nachzuspüren und über die Ergebnisse zu berichten.

Die ersten größeren Auswanderungen erfolgten bereits 1827/28 in das Banater Bergland, 1845 setzte der erste Strom von deutschen Auswanderern aus dem Königreich Böhmen in die Vereinigten Staaten von Nordamerika ein, Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts dann nach Südamerika und Neuseeland und zwischen 1871 und 1875 waren es Deutsche aus dem nordböhmischen Braunauer Ländchen, die den „Werbern“ vor allem nach Chile und in das nördliche Brasilien folgten. Nach einer Zeit der Stabilisierung setzten dann die großen Auswanderungswellen vor allem nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg ein.

Heute lebt die Volksgruppe, die ihrer Größe nach die Bevölkerung vieler Staaten übertrifft, in Australien, Neuseeland, Chile, Brasilien (vor allem in Buenos Aires), Paraguay, im Schmelztiegel der Vereinigten Staaten, in Kanada, aber auch in europäischen Ländern wie z.B. in Skandinavien oder im rumänischen Banat. Die meisten aber vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg Vertriebenen leben heute in der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich.

Viele Spuren sind bereits verweht, viele Siedlungen wieder aufgelassen, die Nachkommen in den Kulturen der Gastländer aufgegangen, aber erfreulicherweise gibt es in den letzten Jahren wieder und immer öfter ein stärkeres Lebenszeichen dieser Minderheitengruppen und ein erwachendes Bewusstsein ihrer Abstammung und Bekennen zum Deutschtum. Dank des unermüdlichen Bemühens sowohl einzelner Idealisten wie auch von Gruppen und Vereinen entstehen in den meisten Staaten wieder rührige Kulturzentren, gibt es wieder deutsche Schulen und Zeitungen, Vereine mit den unterschiedlichsten Aufgaben sowie Musik- und Tanzgruppen; in regelmäßigen Abständen finden sich Delegationsgruppen der sudetendeutschen Vereinigungen zu Tagungen und Festveranstaltungen zusammen. Von den einst als arme Bauern und Handwerker Eingewanderten haben es viele ihrer Nachkommen zu hohen und höchsten Stellungen in Wirtschaft, Kultur und Politik gebracht und tragen dazu bei, dass die sudetendeutsche Volksgruppe weltweit Ansehen und Achtung genießt.

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