Wolfgang Gleich: Krieg auf dem Balkan. Die jugoslawische Tragödie und ihre Wurzeln. Eckartschrift 129, 116 Seiten, zahlreiche Karten. € 7,10

Der am 18. März 1994 in Washington unterzeichnete Vertrag zwischen Bosnien und Kroatien stellte sicher einen ersten Schritt als Ergebnis intensiver diplomatischer Aktivitäten der USA dar, die von leichtem Druck auf Kroatien begleitet waren. Die große Unbekannte im balkanischen Friedensprozess bleibt aber nach wie vor Rest-Jugoslawien und sein serbisches Anhängsel Bosnien. Soll der kroatisch-moslemische Staat 51 Prozent des bosnischen Territoriums umfassen, bedeutet das, dass die Serben, die gegenwärtig 70 Prozent kontrollieren, auf einen Teil ihrer Eroberungen verzichten müssten.

Die Schrift selbst gibt eine ausführliche Darstellung der Ereignisse im ehemaligen Jugoslawien seit 1991, wobei der Autor auf die politische Entwicklung ab dem Jahre 1941 zurückgreift. Nach der deutschen Niederlage auf dem Balkan gelang es dem ehemaligen Partisanenführer Josip Broz Tito, sich fast vier Jahrzehnte lang als Staats- und Parteichef an der Macht zu halten, indem er es verstand, die Staatsvölker Jugoslawiens gegeneinander auszuspielen und so eine Art Frieden in seinem Staat zu schaffen. Mit seinem Tode war es klar, dass Krisen und Unruhen das Land erschüttern werden. Angesichts der zunehmend kritischer werdenden Ereignisse im Kosovo und in der Wojwodina nützten vorerst Slowenien und dann Kroatien die Möglichkeit, aus dem jugoslawischen Staatsgebilde auszuscheren und eigene Staaten zu gründen. Am 15. Jänner 1992 erklärte die Europäische Gemeinschaft, diese Staaten diplomatisch anzuerkennen.

Die Eckartschrift gibt nun eine klare, übersichtliche Schilderung der sich dann überstürzenden Kriegsgeschehnisse, der Gewalttätigkeiten und Kämpfe an allen Fronten, und schuf damit eine aktuelle Dokumentation nicht nur blutiger Auseinandersetzungen, sondern machte auch deutlich, wohin Hass und Rachsucht, durch Generationen gehegt, führen können.

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