Zum Inhalt springen



Eckartschrift 122: Schwert und Pflugschar. Deutsche Kolonisatoren in Venezuela

Wolfgang Gleich: Schwert und Pflugschar. Deutsche Kolonisatoren in Venezuela. Eckartschrift 122, 67 Seiten, Bildtafeln, Karten. € 4,90

Weltweit feierte 1992 die Gemeinschaft der Hispanität die 500. Wiederkehr jenes 12. Oktobers, an welchem Cristöbal Colön, genannt Kolumbus, mit seinen drei Schiffen die Insel Guanahani anlief. Bis heute hat sich die falsche Meinung erhalten, Colön habe auf dieser Reise Amerika entdeckt. Zu diesem „Gedenktag“ sind in den Medien bereits zahlreiche unterschiedliche und kritische Stellungnahmen erschienen. Auch in der vorliegenden Eckartschrift berichtet der Autor, dass bereits lange vor Kolumbus Phönizier, Römer, Westgoten, Iren und Wikinger sowie Araber, Chinesen und Japaner den Weg zum amerikanischen Kontinent gefunden hatten, dass die nordamerikanische Küste bereits im Mittelalter dänischen, portugiesischen, baskischen und bretonischen Fischern bekannt war und dass schon 1457, 1462, 1484 und 1486 geheime spanische Forschungsexpeditionen die Inselwelt der Karibik besuchten.

Die Eckartschrift ist in zwei Teile gegliedert, der erste, „Feuer und Schwert“, schildert die vom Augsburger Bank- und Handelsimperium der Familie Weiser finanzierten Expeditionen in das Landesinnere des heutigen Venezuela auf der Suche nach dem sagenhaften El Dorado. In jah­relangen, mit unvorstellbarem Einsatz geleisteten Märschen und Kämpfen mit den Einwohnern haben sie unter der Führung deutscher „Konquistadoren“ vom Maracaibosee aus das Gebiet erforscht. Die authentischen Schilderungen der Historiographen, die an diesen Expeditionen teilnah­men, geben in erschütternder Weise die Opfer und Mühsale wieder, die deutsche Landsknechte auf sich nahmen, um Gold und Reichtümer, vor allem aber auch das Land für ihre Auftraggeber zu erwerben. Der zweite Teil „Pflugschar und Egge“ handelt 350 Jahre später. Wieder kamen, diesmal auf Einladung der venezulanischen Regierung, deutsche Kolonistengruppen in dieses Gebiet. Wieder entstand am Maracalbosec eine deutsche Siedlung. In der Hauptsache waren es aus den Ostgebieten Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Mehrzahl Donauschwaben und Bukowinaer, die sich hier eine neue Heimat schufen und Brachland zu einer hochentwickelten Kulturlandschaft umformten. Nach jahrelanger, schwerer Arbeit entstanden gutbebaute Plantagen, der mühsam erworbene Wohlstand ist deutlich sichtbar.

Bestellen: info@oelm.at