Franz Greszl: Die deutschen Siedlungen des Prinzen Eugen in Ungarn. Vom Weinbaugebiet zum Großstadtbezirk. Eckartschrift 118, 104 Seiten, Karte, Bilder, Pläne. € 5,65

Als Prinz Eugen, der siegreiche Feldherr gegen die Türken, 1698 das Gebiet am Abhang der Ofener Berge am rechten Donauufer und die Insel Czepel erwarb, fand er dort, durch die Kriegsereignisse der letzten Jahre bedingt, ein entvölkertes und ödes Land vor, das ihm jedoch aufgrund seiner günstigen Lage und Bodenbeschaffenheit vielversprechend schien. Vorerst ließ der bekannt baufreudige Prinz für seine verwundeten Soldaten und Veteranen ein kastellartiges Gebäude errichten, in dem sie Erholung und Betreuung finden sollten. Damit begann die Besiedelung bzw. Wiederbesiedelung dieses Gebietes, das von nun an den Namen „Hochfürstliches Eugenisches Promontor“ führte. im Laufe der nächsten Jahre wurden dann, hauptsächlich aus deutschen Landen, Siedler gerufen, die in wenigen Jahrzehnten aus diesem verelendeten Gebiet ein blühendes und ertragreiches Weinland schufen, das ihnen einen gesicherten Wohlstand brachte. Die fortschreitende Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, der Ausbau der Bahn- und Schifffahrtslinien, das Näherrücken der Hauptstadt Budapest und nicht zuletzt eine immer drängender werdende Madjarisierung bereiteten dieser einst so idyllischen Landschaft ein langsames, aber vorbestimmtes Ende. Das Schicksal eines einst rein deutschen Siedlungsgebietes steht hier für viele andere der ehemaligen Donaumonarchie.

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