Kaspar Hügel: Werden und Vergehen der deutschen Siedlungen in Südosteuropa. Eckartschrift 116, 112 Seiten.

Die Darstellung des Werden und Vergehens der deutschen Siedlungen in Südosteuropa beschränkt sich auf die Räume des heutigen Ungarn, Jugoslawien und Rumänien; die deutschen Siedlungen in den Landschaften der heutigen Tschechoslowakei und die der Wolgadeutschen bleiben bewusst ausgeklammert. Dem Verfasser ging es in dieser Schrift nicht so sehr darum, eine umfassende, möglichst lückenlose fachwissenschaftliche Arbeit zu liefern, da es darüber bereits ausreichende Literatur u.a. auch in unserer Eckartschriftenreihe gibt, sondern das Wichtigste und Wesentlichste zum angesprochenen Thema in aktueller und allgemein verständlicher Form darzubieten.

Nach einem kurzen Rückblick auf Entstehung und Entwicklung der einzelnen südostdeutschen Siedlungsgebiete von ihren Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, wird deren Geschichte zwischen den beiden Weltkriegen, dann die Zeit 1940 bis 1944 und schließlich die Situation im kommunistischen Machtbereich eingehender dargestellt. Das abschließende Kapitel über die Lage der Rumäniendeutschen nach der Ceausescu-Diktatur hat dem Autor, wie er selbst sagt, insofern Schwierigkeiten bereitet, als die Lage zur Zeit der Recherche noch unübersichtlich war und das Ergebnis nicht mit Sicherheit vorausgesehen werden konnte. Im Interesse flüssiger Lesbarkeit wurde auch die Anhäufung allzu vieler Einzelheiten in der Gesamtdarstellung vermieden; der zweite Teil der Schrift bietet jedoch Ersatz dafür durch eine Fülle von Ergänzungen verschiedener Art, so u.a. erschütternde Briefe und Berichte von Deportierten aus den Arbeitslagern in der Sowjetunion oder Not und Elend in der Baragan-Steppen, dem Schicksal der Kinder der Verschleppten und über die Vernichtungs- und Konzentrationslager in Jugoslawien – Tatsachen, die zum Untergang und zur Ausrottung eines großen Teiles dieser deutschen Volksgruppe führten.