Hermann Claudius: Herrmann Claudius, Matthias Claudius. Eckartschrift 113, 88 Seiten.
Am 15. August 1740 wurde Matthias Claudius im Holsteinischen geboren. Claudius der als „Wandsbecker Bote“ nicht nur regen Anteil am kulturellen Geschehen seiner Zeit nahm, sondern vor allem als Volksschriftsteller bis heute bekannt und beliebt geblieben ist; man denke nur an sein schönes Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“. Am 8. September 1980 ist sein Urenkel Hermann Claudius, ebenfalls ein bedeutender Dichter, im 102.Lebensjahr gestorben. Auch seine Erzählungen, vor allem aber seine Lyrik sind inzwischen wertvolles Volksgut geworden.
Aus Anlaß dieser beiden Gedenktage hat die Eckartschriftenreihe den vorliegenden Band herausgebracht. Den Hauptteil der Schrift nimmt wohl die Erzählung „Matthias Claudius“ ein, mit der Hermann Claudius seinem Urgroßvater ein schriftliches Denkmal setzte. Das 1937 im Cotta-Verlag erschienene Büchlein, das längst vergriffen ist, wurde damit wieder der Vergessenheit entrissen. In dieser Erzählung erfahren wir, in liebenswerter Form dargestellt, alles Wissenswerte über den „Wandsbecker Boten“, sein Leben, sein Schaffen, seine Erfolge, aber auch viel Ober bedeutende Zeitgenossen, mit denen er ein Leben lang in Verbindung stand, wie Klopstock, Bürger, Hölty, Johann Heinrich Voß und die Brüder Stoliberg. In der Erzählung „Das Ahnenbild“ schildert Hermann Claudius, wie er über ein Bild seines Urgroßvaters, das in der „Guten Stube“ seiner Eltern hing, diesen langsam zu verstehen begann. Hermann Claudius selbst wird uns von seiner Frau Gisela, mit der er 36 Jahre verheiratet war, vorgestellt. Es sind stimmungsvolle Erinnerungsbilder aus dem Leben des Dichters. Mit behutsamer Hand hat sie auch die Auswahl der Gedichte zusammengestellt, denn schließlich ist uns Hermann Claudius vor allem als begnadeter Lyriker in Erinnerung. Wie liedhaft seine Gedichte sind beweisen die über 1.800 Vertonungen. Am bekanntesten ist wohl das bereits zum Volkslied gewordene „Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ und die alte Lieder singen“.