15. Juni 2012
Menno Aden: Friedrich II. Der Große! Das Ende des alten Reiches der Deutschen und die Verwandlung Europas. Eckartschrift 207, 112 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. € 8,20
Schon zu Lebzeiten des Königs, sogar noch bevor sein im Siebenjährigen Krieg errungener Feldherrnruhm ihn zum Staunen der Welt werden ließ, wurde er so genannt. Am 28. Juli 1749 schreibt Voltaire an den König: „Auf mein Grab werde ich schreiben lassen: Hier ruht ein Bewunderer Friedrichs des Großen.“ Zwar müssen wir uns damit abfinden, dass er nicht in (deutsch)nationalen Bahnen dachte, sein Bemühen galt mehr dem Hause Brandenburg und seinen Untertanen als der gesamtdeutschen Sache; sein Wirken als Feldherr, als Gesetzgeber, als Künstler, als Politiker, als Menschenfreund und als Aufklärer ragt weit über sein Umfeld hinaus.
Der Verfasser arbeitet die vielfachen Verflechtungen der europäischen Herrscherdynastien aus Deutschland, Frankreich, Russland, England u. a. heraus und zeigt, dass sowohl Karl VI., der Vater Maria Theresias, mit der Pragmatischen Sanktion das althergebrachte an „Blut und Gott“ gebundene salische Erbrecht und Gottesgnadentum verlassen hat, wie es Friedrich II. („in Preußen“) mit seiner Weigerung tat, sich zum König krönen zu lassen, er wollte „nur“ Diener des Staates sein. Es geht auch weniger um die Person des Königs als um die von ihm bis heute geprägte deutsche Geschichte in Europa und auf der Erde.
Menno Aden bringt neue Gedanken ins Friedrich-Jahr und zeigt, dass der „Alte Fritz“ wirklich zu den Großen gehört: er ist die vorletzte von 13 bekannten weltlichen und geistlichen „großen“ Persönlichkeiten, von Ramses II., über Alexander, Karl, Leo, Peter bis zur bisher letzten, der Zarin Katharina II. von Russland.
Zahlreiche Landkarten, Bilder und vor allem Zeichnungen von Adolf Friedrich von Menzel geben dem Buch einen besonderen Wert.
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24. November 2011
Karl Trauner, Christoph Fackelmann: Vergessene Dichter – verschwundenes Wort. Porträts und Skizzen zur deutschen Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts: Herrmann Löns, Franz Karl Ginzkey, Franz Spunda und Josef Weinheber. Eckartschrift 205, 128 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Anmerkungen, Nachweisen und Literaturangaben. € 8,20
Es ist wahr: Das dichterische Wort unterliegt dem Wirrsal der Zeitläufte. Moden des literarischen Geschmacks, weltanschaulicher Werte- und politischer Gesinnungswandel: davon ist abhängig, welches Schicksal die Zeugnisse des dichterischen Schaffens vergangener Epochen bei der Nachwelt erfahren. Die deutsche Literaturgeschichte des frühen und mittleren 20. Jahrhunderts kennt besonders schwerwiegende Konflikte und Veränderungen in der Schaffenskultur, sodass die Gültigkeit dessen, was die Großelterngeneration gelesen, geschätzt und gepriesen hatte, bereits von der Elterngeneration gründlich in Zweifel gezogen wurde, und die dereinst verehrten Werke und ihre Verfasser von den Enkeln schon wieder weitgehend vergessen erscheinen.
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17. Juni 2011
Monika Wittek: Die Deutschen in Schlesien. Eckartschrift 204, 112 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. € 8,20
Schlesien – das ist das schöne und geschichtlich bewegte Land am Ober- und Mittellauf der Oder. Seit dem Umbruch im Jahre 1989 ist in Ostmitteleuropa und damit auch in Polen viel geschehen; so formierte sich sofort die deutsche Volksgruppe und entwickelte kulturelle und politische Aktivitäten. Darüber berichtet die Eckartschrift 204. Eingebettet in einen kurzen Abriss der Geschichte Schlesiens bis zum 19. Jahrhundert werden die Lage der deutschen Schlesier nach dem Ersten Weltkrieg, die Aufstände und die VolksabÂstimmung geschildert.
Der Flucht und Vertreibung 1945 wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt, wobei mit Hilfe von Erlebnisberichten die Situation der Deutschen in den Nachkriegsjahren bildhaft dargestellt wurde.
Die ungünstige politische Lage in den Nachkriegsjahren erlaubte nicht, dass die in Schlesien verbliebenen Deutschen ihre Sprache, ihr Kulturgut und ihre deutsche Identität pflegen konnten. Der politische Umbruch Ende der achtziger Jahre hat es erst ermöglicht, dass die Deutschen zu Wort kamen, dass sie endlich anerkannt wurden, dass sie sich in Vereinen und Verbänden organisieren durften. Das Interesse an der deutschen Volksgruppe erreichte bald einen Höhepunkt, die deutschen Freundschaftskreise wurden sehr aktiv, bei den ersten freien Wahlen wurde es möglich, dass sich Deutsche als Kandidaten bei der Parlamentswahl und für die Selbstverwaltungen aufstellten.
In allen Regionen mit deutscher Geschichte haben sich die Deutschen in Vereinen zusammengeschlossen und wieder angefangen, die deutsche Kultur und Identität weiterzuführen. Der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften (VdG) als zentrale Stelle aller deutschen Organisationen führt eine wichtige Rolle im Leben der Deutschen in Polen aus. In dieser Darstellung wird auch auf die breite Tätigkeit der Gesellschaften, aber auch auf die bedeutende Rolle – auch die politische – des VdG hingewiesen. Nach jahrzehntelangem Verbot der deutschen Sprache war es von großer Bedeutung, sie wieder zu beleben und in die Schulen einzuführen. Dabei waren sowohl der Verband wie auch die einzelnen Organisationen sehr stark eingebunden. Erläuterungen zu den Nachbarschaftsverträgen sowie zum Gesetz über Minderheitenrechte, aber auch Darstellungen über die Entwicklung des Deutschunterrichts und der deutschen Medien runden die vorliegende Schlesienschrift ab.
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11. April 2011
Bernd Lindinger: Eine Utopie zerstört die Realität: Die Frankfurter Schule. Eckartschrift 202, 112 Seiten mit zahlreichen Abbildungen.
€ 8,20
Gesellschaftssysteme, die nicht aus der Tradition des Volkslebens erwachÂsen, kommen in der Regel schon in ihrer Entstehungsphase mit den gesellÂschaftlichen Gegebenheiten wegen ihrer wirklichkeitsfremden Theorien in Konflikt. Sie alle entwerfen utopische Bilder einer alle Menschen glücklich machenden Zukunft, die vordergründig als das wahre Paradies auf Erden erscheinen mag. Die einzige wesentliche Voraussetzung zur Erreichung dieses paradiesischen Zustandes ist eine deutliche Veränderung des Menschen.
Mit pädagogischen Mitteln und auch durch Zwang muss den Menschen der politisch korrekte Umgang untereinander und mit ihrem politisch-sozialen Umfeld beigebracht werden. Der Einzelne gestaltet sein Leben nicht mehr im Rahmen seiner engeren Umwelt und Nachbarschaft, sondern unter obrigkeitlicher Aufsicht nach kollektiven Vorgaben.
Dieser wirklichkeitsfremde Traum ist Inhalt aller Utopien seit Thomas Morus, Tommaso Campanella, Jean Jacques Rousseau, Karl Marx und der Frankfurter Schule bis heute; nahezu alle Elemente eines utopischen Kollektivglückes sind in deren Entwürfen zu finden. In den vitalen, starken Jahrhunderten der europäischen Hochkultur fanden utopische Menschheitsentwürfe keinen Widerhall, erst mit der Aufklärung werden diese zum philosophischen Vehikel des Mündigwerdens der sozialen Unterschichten.
Seit Karl Marx und Friedrich Engels diese Utopien ihrer kommunistischen Heilslehre einfügten, sind sie zum Glaubensbekenntnis der sozialistischen Ideologie geworden. Nach dem Scheitern der kommunistischen Revolutionen in West- und Mitteleuropa nach dem Ersten Weltkrieg gelingt es dem 1923 in Frankfurt am Main gegründeten „Institut für Sozialforschung“, die Utopien in Verbindung mit der Freudschen Psychoanalyse als „Kritische Theorie“ des Neomarxismus neu zu definieren. Die Kritische Theorie ist das ideologische Werkzeug der 1968er-Revolution. Im späteren Marsch durch die Institutionen, verbunden mit ökologischen Forderungen, Feminismus, political correctness, Gender-Mainstreaming und einer linken Pädagogik, erreicht der Neomarxismus die Definitionshoheit für jegliche politische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung.
Diese Schrift macht die Zusammenhänge der sozialistischen Moderne mit den historischen Utopien verständlich. Zahlreiche aktuelle und historische Lichtbilder ergänzen den gut aufbereiteten Text.
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11. Oktober 2010
Martin Hobek: Ungewöhnlich Deutsch. Beiträge aus besonderem Blickwinkel. Eckartschrift 200, 112 Seiten, zahlreiche Bilder und Karten. € 8,20
Der Autor entführt die Leserschaft in Form von acht Kapiteln auf selten betretenen Boden, um von dort das Deutschtum aus ungewohnten Blickwinkeln zu betrachten:
Die deutsche Hanse war der erste große Wirtschaftsbund der Geschichte. Obwohl sie von Flandern bis hinein nach Russland reichte und militärisch sogar die Briten besiegte, gab es so gut wie keinen bürokratischen Aufwand. Das ging so weit, dass die Hanse nie gegründet und nie aufgelöst wurde.
Seit dem Vertrag von Versailles war das heutige Namibia keine Kolonie Deutschlands mehr. In Swakopmund merkt man davon kaum etwas.
Ignaz Kuranda war einer der bedeutendsten Publizisten und Politiker im Österreich des 19. Jahrhunderts. Der Deutschnationale fungierte auch als Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde.
Nach dem Ersten Weltkrieg kämpfte das offizielle Österreich für einen Anschluss an das Deutsche Reich. Nach der Machtergreifung Hitlers in Berlin sah man in Wien die eigene Erste Republik als das „bessere Deutschland“.
Der NDPD (National-Demokratische Partei Deutschlands) war eine interessante Aufgabe zugedacht: Sammelbecken für „Ehemalige“ und zugleich Teil des Fundaments der „antifaschistischen“ DDR.
Galsan Tschinag lebt in der Mongolei und ist Stammeshäuptling sowie Schamane des Turkvolks der Tuwa. Er schreibt seine Bücher in Deutsch und erläutert gerne seinen „germanischen Geist“.
Im ungarndeutschen Brennberg entgingen die Menschen durch entschlossenes Zusammenstehen der gewaltsamen Aussiedlung. Nur einen Steinwurf weit von der österreichischen Grenze entfernt lebten sie fortan in einem Freiluftgefängnis.
1870 begann der erste von drei großen Kriegen innerhalb von 75 Jahren zwischen den verfeindeten Franzosen und Deutschen. Die beiderseitigen Bemühungen um eine Kehrtwende erlebten eine aufregende Entwicklung hin zur deutsch-französischen Freundschaft.
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