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29. August 2010

Unterschriftenaktion für Doppelstaatsbürgerschaft

Brasiliens Bundesstaat Santa Catarina hat große Bedeutung für die derzeitige Debatte in der österreichischen Innenpolitik: Denn die kleine brasilianische Gemeinde Dreizehnlinden (Treze Tilias) wird von Bürgern mit Doppelstaatsbürgerschaft Brasilien/Österreich bewohnt. Sie sind Nachkommen der Tiroler Auswanderer und haben ihre Bindung an die alte Heimat nie aufgegeben.
Und Südtirol? Südtiroler haben nur eine Staatsbürgerschaft, die italienische. Sind sie weniger mit Österreich verbunden als ihre brasilianischen Zeitgenossen? Wohl kaum. Zeit wird es, dem brasilianischen Vorbild zu folgen. Siegfried Brugger, Parlamentsabgeordneter und ehem. SVP-Obmann ist „absolut für die Doppelstaatsbürgerschaft“ („Dolomiten“ 25/11/2009), sie würde „zusätzliche Bindung zu Österreich schaffen. (…) Und grundsätzlich ist ja alles positiv, was Bindung zu Österreich, zum Heimatland, schafft,“ meint ÖVP-Südtirolsprecher Hermann Gahr dazu.

In die innenpolitische Debatte wurde die Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler bereits 2008 eingebracht, doch erst jetzt beherrscht das Thema die Südtiroler Landespolitik. Die Österreichische Landsmannschaft, die sowohl in Dreizehnlinden als auch in Südtirol tätig war und ist, ruft die österreichischen Politiker auf, klar Stellung für die Doppelstaatsbürgerschaft zu beziehen. Der Ball liegt in Wien, und nicht in Bozen oder Rom. Die doppelte Staatsbürgerschaft ist eine innerstaatliche Angelegenheit Österreichs und rechtlich möglich, es ist „nur“ eine politische Frage. Eine Frage von Mut, Bekenntnis und Verbundenheit.

Nun hat eine Südtiroler Bürgerinitiative eine Unterschriftenaktion aufgelegt, die die Bevölkerung und die Politik für das Thema der doppelten Staatsbürgerschaft sensibilisieren und begeistern soll. Hier kann die Unterschriftenliste heruntergeladen werden.