Monat: Januar 2010

Eckartschrift 148: Das Leben der Russlanddeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg im Spiegel ihres Schrifttums. War der weite Weg vergeblich?

Ingmar Brantsch: Das Leben der Russlanddeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg im Spiegel ihres Schrifttums. War der weite Weg vergeblich? Eckartschrift 148, 107 Seiten, Karten. € 6,75

Die Russlanddeutschen wurden seit 1914 und besonders seit 1941 kollektiv als Staatsfeinde verdächtigt und verschleppt, entschädigungslos enteignet und jahrzehntelang diskriminiert. Unter der Zarin Katharina der Großen, einer deutschen Prinzessin, begann Mitte des 18. Jahrhunderts der große Zuzug von hunderttausenden Menschen aus allen deutschen Landen, teils weil die russische Regierung große Freiheiten für bedrängte Angehörige religiöser Minderheiten (Wiedertäufer, Mennoniten) gewährte, teils weil sie den weiten russischen Raum mit den Kenntnissen und Fähigkeiten der Deutschen erschließen und modernisieren wollte und daher wesentliche Erleichterungen bei den Steuern und im Militärdienst versprach. Zwar gab es auch die sprichwörtlichen potemkinschen Dörfer, vieles bewährte sich jedoch und brachte die Deutschen mit ihren russischen, ukrainischen, tartarischen oder kaukasischen Nachbarn zu überraschendem Gedeihen; 1914 lebten 2,5 Millionen Deutsche in Russland.

Doch begannen Neid und Missgunst vieles zu zerstören; der kollektive Vorwurf der Kommunisten an alle Deutschen, staatsfeindliche Faschisten zu sein, brachte die meisten ab 1941 um ihr Hab und Gut, um das reiche kulturelle Erbe, viele Zehntausende um ihr Leben und fast alle um die schulische Ausbildung in der deutschen Muttersprache.

Ingmar BRANTSCH hat die Zeit vor und nach dem katastrophalen Jahr 1941 sowohl kenntnisreich wie auch sehr gut lesbar auf wenigen Seiten beschrieben. Nach einer notwendigen Einführung in die geschichtlichen Zusammenhänge werden 15 Schriftsteller mit ihrem Leben und Werk vorgestellt, wobei eine besondere Unterscheidung dabei getroffen wird, ob sie noch die deutsche Grundschule besucht haben oder nicht: Gerhard Sawatzky, Viktor Klein, Waldemar Ekkart bis zu Ilona Walger und Waldemar Weber, dem bei uns bekanntesten Dichter. Sie alle haben ihr Schicksal gemeistert, sind daran nicht zerbrochen, sondern haben den Lesern ihrer Volksgruppe Lebensmut gegeben. Wie sie das unter den in Mitteleuropa lange Zeit unbekannten Umständen zustande gebracht haben, kann nur bewundert werden.

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Eckartschrift 147: Banater Schwaben in und aus Rumänien. Zum Ausklang einer südostdeutschen Stammesgemeinschaft

Kaspar Hügel: Banater Schwaben in und aus Rumänien. Zum Ausklang einer südostdeutschen Stammesgemeinschaft. Eckartschrift 147, 88 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Karten. € 6,75

Die Eckartschrift gibt nicht nur einen historischen Überblick über diese südostdeutsche Stammesgemeinschaft, die ja bereits in mehreren früheren Eckartschriften behandelt wurde, hier geht es vielmehr um die wesentlichsten Probleme dieser Volksgruppe, wie u. a. die Entstehung und Förderung des Vereinslebens, die unterschiedlichen politischen Auffassungen, die sich innerhalb der Gemeinschaft bildeten, der Einfluss des nationalsozialistischen Deutschen Reiches und seine Folgen: Verhaftungen, Verschleppungen und Enteignungen, wie man im kommunistischen Rumänien als Deutscher lebte. Auch dem mehrfachen freiwilligen oder erzwungenen Gesinnungswandel seit der Jahrhundertwende geht der Autor nicht aus dem Wege, sondern arbeitete auch diese Zeiterscheinung sachlich auf. Schließlich wirft er die Frage auf: Wie lebt man als Banater heute in der Bundesrepublik Deutschland. Über die Zahl der Aussiedler zwischen 1950 und 1991 gibt eine anschauliche Tabelle Auskunft.

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Eckartschrift 146: Wenn Kulturen zusammenprallen

Arbeitsgemeinschaft „Milizoffiziere in der Österreichischen Landsmannschaft“ (Hrsg.): Wenn Kulturen zusammenprallen. Eckartschrift 146, 100 Seiten, Karten. € 6,90

Die Eckartschrift behandelt die Entwicklung der Menschheit im 21. Jahrhundert. Als Grundlage dienten den Autoren die Thesen des amerikanischen Wissenschaftlers Samuel Huntington, dessen Buch „Der Kampf der Kulturen – Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert“ zu den weltweit am meisten diskutierten zählt und dessen Aussagen darin gipfeln, dass uns bewusst sein muss: Unser Umfeld wird sich in den nächsten Jahrzehnten dramatisch verändern.

Jeder der sieben bis acht Kulturkreise dieser Erde ist moralisch betrachtet nicht wertvoller oder schlechter als die anderen; wir müssen uns darauf einstellen, dass gerade unsere gesellschaftliche und geopolitische Lage in Zukunft ganz stark durch den Zusammenprall dieser Kulturen geprägt werden wird, wobei kriegerische Konflikte zwischen diesen Kulturkreisen durchaus möglich sind.  Unser tägliches Leben und unsere Sicherheit werden davon abhängen, wie wir diese Aufgaben lösen werden.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass wir uns dringend den Kopf zerbrechen müssen, wohin uns die ökonomischen, technischen und geographischen Entwicklungen führen werden; was für uns und unsere Kultur das konkrete Wachstum von Infrastrukturen, Produktivität, die erhöhte Lebenserwartung, die weltweite Bevölkerungsexplosion und die veränderte Bevölkerungszusammensetzung bedeuten.

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Eckartschrift 145: 1918 – Niederlage und Untergang Österreich-Ungarns

Erwin Pitsch: 1918 – Niederlage und Untergang Österreich-Ungarns. Eckartschrift 145, 120 Seiten, Karten. € 6,75

Ausgehend von der Lage des Vielvölkerstaates vor und während der Kriegsjahre wird die rasante Weiterentwicklung des Waffenbestandes vom „bunten Reiterheer“ bis zur volltechnisierten Kriegs- und Vernichtungsmaschinerie gezeigt. Waren es doch die Mechanisierung des Landkrieges und die Entwicklung des Flugzeuges, die den Wandel in der Kriegsführung mit sich brachten. Eine große Rolle in der untergehenden Monarchie spielte neben dem Nationalitätenproblem auch die innenpolitische Entwicklung.

Das Kriegsende veränderte die politische Karte Europas erheblich: Drei Kaiserreiche und ein Sultanat verschwanden, neue Staatsgebilde entstanden.

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Eckartschrift 144: Die politische Symbolik der deutschen Revolution 1848/49. Schwarz – rot – goldene Anthologie von Ausdruck, Sprache, Geschehen und Mythos. Eine versinnbildlichte Quellendarstellung

Bernhard Reinhold Pilz: Die politische Symbolik der deutschen Revolution 1848/49. Schwarz – rot – goldene Anthologie von Ausdruck, Sprache, Geschehen und Mythos. Eine versinnbildlichte Quellendarstellung. Eckartschrift 144, zahlreiche Abbildungen, € 6,90

Die Pariser Februarrevolution 1848 und die Ausrufung einer französischen Republik schlugen wie Funken in das deutsche Pulverfass. „Freiheit und Einheit“ wurden die Schlagworte der in ganz Deutschland ausbrechenden Revolution. Auch die habsburgische Doppelmonarchie erzitterte unter dem gewaltigen Stoß der sozialen Revolution und der erwachenden Nationalitäten. Unter dem Druck der Aufständischen – Studenten, Intellektuelle, Bürger und Bauern kämpften erstmals gemeinsam – beugten sich das Kaiserhaus und die Fürsten.

Die chronologische Abfolge zeigt in vierundzwanzig Kapiteln die Ereignisse der Revolutionsjahre 1848/49, so wie sie auf die Zeitgenossen einstürmten.

Der 18. Mai 1848, an dem in der Frankfurter Paulskirche 585 Abgeordnete aus allen deutschen Landen zusammenkamen und in wegweisenden Diskussionen die Grundrechte des deutschen Volkes verhandelten, kann wohl als Höhepunkt des Revolutionsjahres bezeichnet werden. Hier wurden die neuen Begriffe wie Beseitigung aller Standesprivilegien (besonders des Adels), Gleichheit aller vor dem Gesetz, Presse- und Versammlungsfreiheit, Freiheit der Lehre und Forschung, Trennung von Staat und Kirche und freigewählte Volksvertreter geprägt. Sie sollten die Grundfeste eines nationalen Rechts- und Verfassungsstaates werden.

Der Kern dieser Schrift bildet jedoch, wie im Titel angekündigt, die politische Symbolik, wie der Farbendreiklang Schwarz-rot-gold (Aus tiefster Nacht durch Blut zur goldenen Freiheit), ausgedrückt in der Fahnenausstattung, die Kleidung der Revolutionäre und schließlich das revolutionäre Schrifttum. Aus einer Mannigfaltigkeit der herangezogenen Quellen spiegeln sich gerade in diesem die Begebenheiten und die Ideen der beiden Jahre wieder. Die revolutionäre Prosa dokumentiert anhand von politischen Proklamationen, politischen Reden, zeitgenössischen Schilderungen und Briefen die Originalsprache der Revolutionsepoche, in der revolutionären Lyrik, dem Revolutionslied und dem Revolutionsgedicht offenbart sich die seelisch-geistige Tiefe dieser Zeit.

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